#4 Der Schlossberg

Seit 1999 gehört der Grazer Schlossberg mit der historischen Altstadt von Graz zum UNESCO WELTKULTURERBE.

Die „Schlossbergbahn“ führt seit 1894 auf den Berg. Wer gut zu Fuß ist, gelangt über 260 Stufen vom Schlossbergplatz zum Uhrturm.

Der Uhrturm, das Wahrzeichen der Stadt, ist für BesucherInnenbequem mit dem „Schlossberglift“ erreichbar.

Der Teufel selbst soll laut Sagen für die Entstehung des Schlossberges verantwortlich sein.

Der Grazer Schlossberg hat eine bewegte Geschichte. In seinem Inneren entstand gegen Ende des Zweiten Weltkriegs ein weitverzweigtes Stollensystem, in dem die Bevölkerung Schutz vor Bombenangriffen suchte. Bis zu 40.000 Menschen strömten durch insgesamt 20 Eingänge in die Stollen. Das vernetzte System aus Gängen mit einer Gesamtlänge von 6.3 Kilometern geriet nach dem Krieg in Vergessenheit.

1968 wurden Teile der Stollen wiederbelebt: Kinder erfreuten sich jahrzehntelang an der „Märchengrottenbahn“, die 2011 das letzte Mal in den Berg einfuhr. Am Beginn des Stollens befindet sich seit dem Herbst 2014 der neue Bahnhof der „Märchenbahn“, Ausgangspunkt für eine fantastische Reise in eine andere Welt – in die Tiefen des Grazer Schlossbergs.

Seit dem Jahr 2000 geht es rund im Berg: Mehrere Stollen werden zum „Dom im Berg“ erweitert, einem Veranstaltungsort für 600 Personen; ein Durchgang verbindet den Schlossbergplatz mit dem Kameliterplatz.

Quelle: Flyer

Der Grazer Schloßberg ist ein wuchtiger Fels aus Dolomitgestein und bildet den Kern der historischen Altstadt von Graz, der Landeshauptstadt der Steiermark in Österreich. Er liegt direkt am Ufer der Mur und ragt 123 m über den Grazer Hauptplatz. Neben dem Uhrturm, dem Wahrzeichen von Graz, stehen auf dem Schloßberg auch der Glockenturm, Liesl genannt, die Schloßberg-Kasematten, der 98 m tiefe Türkenbrunnen, alle Reste der Burg und eine Reihe kleinerer Kunstobjekte. Als Kern der Altstadt von Graz ist er ein Teil des UNESCO -Welterbes Stadt Graz – Historisches Zentrum und Schloss Eggenberg.

Die Stollensysteme

Im Zweiten Weltkrieg wurde durch Zwangsarbeiter im Inneren des Berges ein umfangreiches Stollensystem mit 6,3 km Länge, 20 Eingängen und etwa 12.000 m² Nutzfläche angelegt, welches während der schweren Bombenangriffe auf Graz als Kommandozentrale, Luftschutzbunker für bis zu 50.000 Personen und Lazarett diente.

Das Stollensystem ist mit Naturhöhlen verbunden, von denen bis 1944 wenige bekannt waren; eine in jenem Jahr erschlossene Tropfsteinhöhle erregte daher entsprechende Aufmerksamkeit.

Die große Zisterne

Die nach Plänen von Lazarus von Schwendi durch Domenico dell’Allio in den Jahren 1544–1547 erbaute Zisterne ist eines der größten Bauwerke dieser Art. In einem 16 Meter tiefen Kessel sind kreisförmig fünf Brunnenschächte mit einem Durchmesser von 3,6 Metern angeordnet, deren Fassungsvermögen 900.000 Liter beträgt. Das von den Dächern der umliegenden Burggebäude abgeleitete Regenwasser wurde gefiltert und in den miteinander verbundenen Schächten gesammelt. Die Zisterne dient heute als Löschwasserreserve.

Der Glockenturm

Der 34 Meter hohe, achteckige Glockenturm wurde 1588 im Auftrag von Erzherzog Karl II. erbaut. In seinem Inneren befindet sich die drittgrößte Glocke der Steiermark, die 1587 in Graz von Martin „Mert“ Hilger (1538–1601) gegossene „Liesl“ (von Elisabeth). Sie hat einen Durchmesser von 197 cm und wiegt 4633 kg. Die Glocke wird täglich um 7, 12 und 19 Uhr mit 101 Schlägen geläutet.

Als Grund für diesen Brauch wird berichtet, dass die Glocke aus 101 geborgenen Kanonenkugeln der Türken gegossen worden sei.

Unter dem Glockenturm befindet sich ein Verlies, bekannt unter dem Namen „Bassgeige“.

Die Stallbastei

Der Bau dieser gewaltigen Bastei mit über 20 Meter hohen und bis zu sechs Meter starken Stützmauern begann 1544 und ersetzte ein an derselben Stelle stehendes Vorwerk der mittelalterlichen Burg. Auf ihr standen Stallungen, die der Bastei ihren Namen gaben. Die hölzernen Türflügel an der Südseite stammen aus dem 19. Jahrhundert. Das vorgeblendete „Ägyptische Tor“ wurde von Bonaventura Hödl um 1820 errichtet, die Pergola um 1900. In der östlichen Basteiecke findet sich der einzige erhaltene Festungswachturm, der sogenannte Luntenturm.

Der Türkenbrunnen

1554–1558 wurde dieser „Tiefe Brunnen“ 94 Meter bis zum Grundwasser der Mur gegraben, um die Festung auch bei längerer Belagerung ausreichend mit Wasser versorgen zu können. Der Bauplan stammt vom italienischen Baumeister Domenico dell’Allio. Seinen heutigen Namen erhielt der Brunnen erst im 19. Jahrhundert, weil angeblich gefangene Türken an seiner Grabung beteiligt waren. In Wahrheit waren es aber Martolosen von der windischen Grenze. Noch bis 1934 stand über dem Brunnen eine seitlich offene Halle mit einem Schöpfwerk, einer Seilwinde und zwei großen Holzeimern.

Kriegssteig (Friedenssteig) und Felsensteig

260 Stufen führen als Zick-Zack-Weg vom Schloßbergplatz den Felshang hinauf zum Uhrturm. Am Bau des Steigs von 1914 bis 1918 waren österreichische Pioniere und russische Gefangene beteiligt, weshalb ihm der Name „Russensteig“ gegeben wurde. Bekannter ist jedoch die Bezeichnung „Kriegssteig“, da die Stufen während des Ersten Weltkrieges angelegt worden waren.

Die Umbenennung des Kriegssteigs in Friedenssteig forderte schon 1984 die Friedensbewegung und 2003 (einstimmig) der Bezirksrat Innere Stadt, was amtlich abgelehnt wurde. Zuletzt beantragte die KPÖ 2008 im Gemeinderat diese Namensänderung. Der amtliche Stadtplan weist den Kriegssteig aus, populär ist daneben auch Friedenssteig.

Quelle: Wikipedia