#4 Die Festung am Schlossberg

Die Burg am Grazer Schloßberg war eine der wichtigsten Befestigungsanlagen der Steiermark und die Hauptfestung von Graz. Sie wurde auf dem Grazer Schloßberg errichtet und war zuerst der Sitz des Landesfürsten, wenn dieser in Graz verweilte, und später dessen Rückzugsort bei Angriffen. Die Geschichte der Höhenburg reicht bis in das 12. Jahrhundert zurück. Die Franzosen zerstörten die Anlage zum Jahreswechsel 1809/10. Nur der Glockenturm und der Uhrturm sind heute noch vollständig erhalten.

Funde belegen eine Besiedlung bereits im 8. vorchristlichen Jahrhundert. Um 1125 wurde auf dem damals nackten Felsen eine romanische Burg errichtet, die Graz ihren Namen gab („gradec“ bedeutet auf Slowenisch „kleine Burg“).

Im 12. Jahrhundert wurden die Stadtmauern mit der Burg verbunden. In dieselbe Zeit fällt auch die Errichtung des Grazer Uhrturms vor der Festung und der Bau der Thomaskapelle. An der Ausgestaltung der Burg wurde seit dem 12. Jahrhundert ununterbrochen gearbeitet. Während des Adelsaufstandes im Jahre 1292 hatte sich die Burg als wichtiger Stützpunkt des Landesfürsten bewährt.

Unter Kaiser Friedrich III. wurde der Residenzsitz in die Grazer Burg verlegt. Die beiden Burgen waren durch einen verdeckten Gang miteinander verbunden. Vor allem zwischen 1466 und 1486 wurden die Befestigungen am Schloßberg weiter ausgebaut, da er ein sicherer Rückzugsort in Kriegszeiten war. Im Jahr 1480 überstand die Burg einen Angriff der Türken. Aufgrund der größer werdenden Gefahr von Türkenangriffen wurden die Befestigungen während des 15. Jahrhunderts immer weiter ausgebaut. 1531 wurde ein Teil der Bergfeste von drei Blitzschlägen zerstört. Am 12. September 1532 zog das Türkenheer von Sultan Süleyman I. nach einem erfolglosen Angriff auf die Vorstadt an Graz vorbei, ohne einen Angriff auf die Burg selbst zu vollziehen.

An der Stelle, wo sich heute die Schloßbergbahn befindet, wurde ein Aufzug zur Materialzufuhr errichtet. Das restliche Material wurde über noch heute erhaltene Straßen mithilfe von Wagen und Tragtieren, darunter sollen auch Elefanten und Kamele aus der Kriegsbeute gewesen sein, nach oben geschafft.

Für das „Guiness Buch der Rekorde“ ist die frühere Burg auf dem Grazer Schloßberg die STÄRKSTE FESTUNG ALLER ZEITEN. 

Auch Napoleon konnte sie Anfang des 19. Jahrhunderts nicht erobern. Als im Jahr 1809 die Franzosen Graz besetzten, verteidigte der Genieoberst Franz Xaver Hackher zu Hart den Schloßberg. Den Franzosen gelang es erst durch den Friedensschluss nach der Schlacht bei Wagram die Burg zu erobern. Sie ließen zur Jahreswende 1809/10 alle Anlagen schleifen bis auf den Glocken- und den Uhrturm, welche von der Grazer Bevölkerung freigekauft worden waren.

Quelle: Wikipedia